Ein Tag im Waldkindergarten
Der Kindergarten öffnet um acht Uhr. Treffpunkt ist bis ca.
halb Neun ein vereinbarter Platz am Waldrand. Dann machen sich
die Erwachsenen mit den vorhandenen Kindern auf den Weg. Sie legen Pfeile aus für die, die später kommen.
Dorfplatz oder Stolperplatz, Blätterhaufen oder Wurzelplatz, Bei den Hütten oder Lichtung - inzwischen haben sich die Bergkinder
mehrere Orte erschlossen. Und es kommen mit der Zeit wieder neue Plätze hinzu.
An einem von ihnen bleiben sie bis Mittag. Die Eltern kennen die Orte mit der Zeit auch und fragen manchmal über Waldhandy nach,
wohin sie ihre Kinder bringen können. Dann müssen sie keine Pfeile suchen.
Am Aufenthaltsplatz werden Decken fürs Picknick ausgebreitet, Seile zum Klettern zwischen Bäume gespannt,
ebenso eine Hängematte und manchmal
eine Slackline - ein straff gespanntes Gurtband in niedriger Höhe zum Balancieren. Buddeleimer und Schippe, ein Ball,
Schnitzmesser und Sägen sind zur Verfügung der Kinder. Eine Gitarre ist da und ein Liederbuch. Außerdem ein Bestimmungsbuch für Tiere und Pflanzen und im Herbst
noch eines für Pilze. Wichtig auch der Kanister mit Wasser.
Die Kinderzahl im Wald ist maximal 18, die Jüngsten fast drei Jahre und die Ältesten manchmal schon sieben. Erwachsene gibt es
mindestens zwei. Manchmal bleiben Eltern am Vormittag bei der Gruppe, weil sie bei ihren Kindern
oder einfach im Wald sein wollen. Wer von den Eltern möchte, bereichert den Kindergarten mit einem Angebot. Im Wald kann das
ein Kletterangebot sein oder der Bau einer Baumschaukel - das richtige Aufspannen und Knoten der Kletterseile zwischen den Bäumen
ist eine Kunst. Auch Spurenlesen, Tiere bestimmen, Musikmachen und Korbflechten sind schon von Eltern angeboten worden.
Das Mittagessen wird gegen Zwölf in den festen Räumen des Kindergartens eingenommen. Und so packt die Gruppe
ihre Sachen gegen Elf zusammen. Verstreute Brotdosen, mitgebrachtes Spielzeug, Jacken und Mützen - nichts wird vergessen,
und auch kein Schnipsel Müll bleibt zurück.
Das Mittagessen kommt derzeit aus der Potsdamer Vollwertküche Kleinkost. Die Küche liefert zusätzlich zur warmen Mahlzeit Obst oder Gemüse mit,
was dann am Nachmittag gereicht wird. Von ein Uhr bis Zwei können die Kinder, die das wollen, Mittagsruhe halten in einem Raum mit Matten und
Kuscheldecken und Kissen. Zur Mittagsruhe wird vorgelesen oder Musik gehört.
Die Zeit von Zwei bis halb Fünf verbringen die Kinder zum Teil im Außengelände, das zu den gemieteten Kindergartenräumen gehört,
oder in den Räumen selbst. Es finden am Nachmittag über die Tage der Kindergartenwoche verteilt regelmäßige Angebote statt wie
Brotbacken, Filzen, Korbflechten, ein Zirkusangebot und die Holzwerkstatt.
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Im Frühling kann es sein, dass Kinder und Erwachsene am Morgen noch in Wintersachen stecken und zur Mittagszeit in T-Shirt und kurzer
Hose oder Kleid rumlaufen. Wärmende Kleidung in mehreren Schichten, und mit steigender Sonne kann Schicht für Schicht abgelegt werden. Dann allerdings
wird eine dünne Kleidungsschicht als Sonnenschutz empfohlen. Und auch als Schutz vor Zecken. Schon im Frühling ist es nötig, dass die Eltern ihre Kinder
am Ende eines Kindergartentages nach Zecken abzusuchen. Auch Mücken gibt es im Frühling schon.
Ende März, Anfang April ist die Zeit der Erdkrötenpaarung. Ein erster Besuch am Teufelssee steht an. Ein zweiter folgt im Mai, wenn das Wasser
voller Kaulquappen ist. Die Ausflüge zum See setzen sich im Laufe des Jahres fort, in aller Regel findet so ein Ausflug einmal im Monat statt. Der Weg führt
vorbei an sumpfigen Wiesen und Pferdeweiden. Die Kinder haben dort schon Kraniche gesichtet.
Die meisten Vormittage verbringt die Gruppe an Plätzen im Wald. Manche Plätze laden dazu ein, mit dem umherliegenden Holz zu bauen, die Lichtung
ist ein großer Sandplatz, auf dem Fußball gespielt wird und Sandburgen entstehen, am Wurzelplatz regt das Wurzelwerk eines entrissenen Baumes das Spiel
an und es wird viel geklettert und balanciert.
Wie wir feiern
Text im Entstehen